Leipzig, Stadt der Querdenker? (Aufzeichnung vom 25.11.20 verfügbar)

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Mittwoch, 25. November 2020 19:00–20:30 Uhr

Kursnummer 20__143012
Dozenten Dr. Mathias Wiards
Elisabeth Fast
Paul Stephan
Datum Mittwoch, 25.11.2020 19:00–20:30 Uhr
Anzahl Termine 1 Veranstaltung
Gebühr kostenlos
Ort Web-Seminar

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Sie können die Aufzeichnung des Online-Seminars über die Corona-Proteste in Deutschland allgemein und in Leipzig im Besonderen unter diesem link ansehen:  https://www.youtube.com/watch?v=mR06UiRmdco

"Querdenker"-Demos - was treibt Menschen dazu, unter plakativer Missachtung von Abstands- und Maskenregeln gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung zu demonstrieren? Welche politischen Spektren waren bei der Demo in Leipzig dabei?
Äußert sich hier neben völlig kruden Vorstellungen auch berechtigte Kritik am gegenwärtigen Zustand der Demokratie in Deutschland?
Und was an der gegenwärtigen Corona-Politik ist eigentlich tatsächlich zu kritisieren?

Es diskutieren
Elisabeth Fast (Amadeu-Antonio-Stiftung, Projekt Debunk - Prävention gegen Antisemitismus und Verschwörungsideologien in Sachsen);
Paul Stephan (Philosoph und Sozialwissenschaftler) und
Dr. Mathias Wiards (Sozialwissenschaftler, Historiker und Moderator des politischen Talk der VHS im Landkreis Leipzig)

Elisabeth Fast meint: "Ich habe die Versammlung der Querdenker in Leipzig erlebt, die sehr vielfältige Bevölkerungsschichten angezogen hat. Das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Teilnehmer_innen dieser Versammlung einen antidemokratischen und antimodernen Konsens teilen. Menschen können auch, ohne bestimmten stereotypen Bildern eines Nazis zu entsprechen, demokratiefeindliche Ressentiments vertreten. Querdenken ist regressiv und antisemitisch - und der falsche Rahmen, um eine tatsächliche Gesellschaftskritik zu äußern".

Paul Stephan meint: "Auch ich habe die verschiedenen Demonstrationen am 7. 11. beobachtet und finde, die mediale Berichterstattung oftmals zu einseitig. Neben völlig zu Recht kritisierten, sehr problematischen Aspekten der 'Querdenken'-Bewegung muss auch darüber gesprochen werden, ob die von ihr an den Corona-Maßnahmen geäußerte Kritik nicht auch in manchen Punkten berechtigt ist. Die Bewegung stellt eine, wenn auch ideologisch verzerrte, Antwort auf realexistierende Probleme dar. Zu wünschen wäre eine sachliche Debatte, die auch diesen Aspekt anerkennt und die Demonstrierenden nicht einfach nur moralisch verurteilt".

Mathias Wiards findet: "Richtig zufrieden wäre ich, wenn beim Gespräch in Ansätzen gesellschaftstheoretische Überlegungen rauskämen, warum ausgerechnet jetzt so viele Menschen auf die Straße gehen".

Zum Format:
Die Veranstaltung ist Teil des politischen Talks - regelmäßiger Austausch über das, was anliegt. In Corona-Zeiten werden wir einmal wöchentlich Menschen aus der Region über kontroverse Themen digital ins Gespräch miteinander bringen. Denn Debatte ist gerade jetzt wichtig und notwendig. Wenn Sie Ideen für Themen haben, schreiben Sie uns an.


Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.


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